Ausstellung Dinslaken

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Ausstellung in Dinslaken im Museum Voswinckelshof

Aktuelles

November 2016
Neue Galerie-Kategorie "Soldatenfriedhöfe"

 

November 2014
Briefe der Familie Seifert im Bereich "private Quellen" online!

November 2014
Es sind nun die ersten Forschungsarbeiten online

 

September 2014:
Im Bereich "private Quellen" finden Sie nun das Kriegstagebuch von Nikolaus Grommes

 

August 2014:
Neue Presseartikel im Pressebereich

Demnächst hier:

Eisen (Gold gab ich für Eisen - Das Eiserne Kreuz - Eisenkunstguss) 
 
Franzosenfriedhof - Kleine Geschichte der Kriegsgräberanlage in Voerde -Friedrichsfeld (2009)

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g sackDer Dichter Gustav Sack gehört zu den bedeutendsten literarischen Persönlichkeiten unserer Region. Er überlebte den 1. Weltkrieg nicht. Geboren 1885 in Schermbeck, studierte Gustav Sack in Münster Germanistik und Naturwissenschaften.

Obwohl er bereits 1916 nahe Bukarest fiel, hinterließ er Romane, zahlreiche Novellen, Gedichte, Essays, die zum Teil posthum veröffentlicht wurden. Er arbeitete u.a. mit Stilmitteln des Expressionismus und wird in einem Atemzug mit Georg Heym und Georg Trakl genannt, mit Büchner verglichen und neben Benn und Kafka gestellt.

Literaturauswahl zu Gustav Sack:

Gustav Sack: ein verbummelter Student. Roman Berlin 1917

Gustav Sack: Prosa, Briefe, Verse. München 1962

Gustav Sack, Ein Dichter unserer Heimat. Dittgen, Willi in Heimatkalender Kreis Dinslaken 1954 S. 98 ff

Gustav Sack zur Erinnerung. Bockemühl, Erich in Heimatkalender Kreis Dinslaken 1957 S. 128 ff

Gustav Sack. Joachim Schulz-Marzin in Jahrbuch Kreis Wesel 1985, S. 31 ff

Gustav Sack. Leben und Werk des Schermbecker Dichters im Spiegel der Literatur, Bd. 1. Helmut Scheffler, Schermbeck 1985

Großer Dichter aus kleinem Dorf. Zum 125. Geburtstag des Schermbecker Dichters Gustav Sack. Helmut Scheffler in Jahrbuch Kreis Wesel 2010, S. 233ff


Gustav Sack

1885 Oktober 28
1897
1896-1906
1901/1902
1903
1904
1906
1906
1906-1909
1908
1910
1910
1911
1912
1912
1913/1914
1913
1913
1914
1914 Juli
1914 August 01
1914
1914
1914 Oktober bis
1916 Frühjahr bis
1916 Oktober
1916 Dezember 05
1916
Geburt in Schermbeck
Tod der Schwester Else Sack
Köngliches Gymnasium Wesel
Salve sis phantasia, drei Gedicht-Hefte
Erwerb des Einjährigenzeugnis
Olof, Heldengedicht, einzige Veröffentlichung zu Lebzeiten
Erwins Tod, Heldengedicht
Abitur am Gymnasium in Wesel
Studienzeit in Greifswald, Münster und Halle
Am Bach, Heidebild, Gedichtzyklen
Rückkehr und längerer Aufenthalt in Schermbeck
Ein verbummelter Student, Roman
Wehrdienst in Rostock, Beziehung zu Claire Oberländer
Beginn des Kontakts zu Paula Harbeck
Ein Namenloser, Roman
Aufenthalt in München
Die drei Reiter, Gedichtsammlung
Der Rubin, zwölf Novellen
Aufbruch in die Schweiz
Hochzeit mit Paula Harbeck
Ausbruch des Ersten Weltkriegs
Paralyse, Romanfragment
Der Refraktär, Theaterstück
Westfront, verschiedene Orte in Frankreich
Lazarett-Aufenthalt in Deutschland
Ostfront in Rumänien
Tod bei Fintu Mare, Rumänien
In Ketten durch Rumänien, Brieftagebuch


Gedichte:

Paralyse

Hallo!
Die liebe Seele stirbt -
da liegt sie zuckend in deiner Hand -
ein Druck, und wir sind frei!

Sie schreit
und wallt und zuckt und schwillt,
da fällt sie quäckend von meiner Hand -
ein Druck, und wir sind frei!

Sie kriecht,
kriecht wie ein fetter Wurm -
und glänzt und springt und sie tanzt und lacht -
sie lacht – und ich bin frei!

Die drei Reiter

Wir sind die Welt: Not, Brot und Brunst!
In deiner Hüllen Zauberkunst:
in deiner Sinnen Farbenglut,
in deiner Sprachen Märchengut
herrscht herrisch der Instinkte Wut!
Versteck dich nicht – wir kennen dich:
aus jeden Finger spricht Verrat,
aus deiner erdenfernsten Tat
schreit laut dein notgepeitschtes Ich
Heb dich nicht hoch – wir fliegen mit,
aus deines Fluges höchstem Glück
fällst du uns rettungslos zurück:
in Kott nach deinem Himmelsritt!


Umsonst

Es hilft dir nichts, du bist dir ewig gleich,
und wenn du auch in jede Pfütze rennst
und dich mit jedem Lumpen Bruder nennst
es hilft dir nichts, du bist doch rein und reich

und bleibst in deiner Pöbel-Trunkenheit,
in deinem schmerzlich dich selbst Verachten
in deinem aberwitzigen Narrentrachten
ein goldnes Rad im Spiele der Notwendigkeit.


Die Flamme

Auch ich weiß, woher ich stamme;
schwälend trüb gleich einer Flamme,

die das Moor zum Schwälen brachte -
dieses Moor, das ich verachte,

Not und Plage heißt dies Moor -
glimm ich in die Nacht empor;

diese Nacht, die sturmdurchwütet,
in der Graun und Ekel brütet,

die mich giftig schweigend tötet,
eh der Tag sich mir gerötet.


Daten und Gedichte zusammengestellt von J. Schulz-Marzin

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